Erstmals evangelisches BETA-Gütesiegel für Kindergärten verliehen

Erstmals evangelisches BETA-Gütesiegel für Kindergärten verliehen

Am Samstag, 21.03.2015, fand die erste Verleihung des bundesweiten evangelischen Gütesiegels BETA in unserer Region Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz statt. Es wurden gleich zwei evangelische Kitas aus Berlin ausgezeichnet. Im Rahmen der Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises Lichtenberg-Oberspree und in Anwesenheit von Superintendent Hans-Georg Furian sowie Diakoniedirektorin Barbara Eschen überreichte Jürgen Schwochow, Geschäftsführer vom Verband Evangelischer Tageseinrichtungen für Kinder Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz e.V. (VETK), die Zertifizierungen an die beiden Kitas.

Katharina Göbel, Leiterin der „Kita der Evangelischen Kirchengemeinde Berlin-Altglienicke“, und Ramona Kunz, die stellvertretende Leiterin vom „Dorfkindergarten der Evangelischen Kirchengemeinde Berlin-Marzahn“ freuten sich gemeinsam mit ihren Teams, die Gütesiegel entgegenzunehmen. „Wir orientieren uns in unserer Arbeit an den Themen der Kinder, den Jahreszeiten und an Festen im Kirchenjahr und religions- pädagogischen Themen. Für uns war es ganz klar, dass unsere religionspädagogische Arbeit auch in die externe Evaluation einfließen soll. Aus diesem Grund haben wir uns für das BETA Gütesiegel entschieden“, schildert Frau Göbel ihre Präferenz für das Evangelische Gütesiegel.

Seit 2010 gibt es für Kindertagesstätten die Verpflichtung zur externen Evaluation auf Grundlage des Berliner Bildungsprogramms. Ziel ist es, den Kindertagesstätten eine fachlich begründete Fremdeinschätzung zu ihrer pädagogischen Arbeit zu geben. Hierbei werden unter anderem die Arbeit und die Interaktion mit den Kindern, der Umgang im Team sowie die partnerschaftliche Einbeziehung der Eltern betrachtet. Aber auch die Räumlichkeiten, das Spielangebot und das Bildungsverständnis werden untersucht.

Das Evangelische Gütesiegel BETA wird auf Basis des Bundesrahmenhandbuches verliehen. Dieses Handbuch dient als Leitfaden für den Aufbau eines Qualitätsmanagementsystems für die religions- und sozialpädagogische Arbeit in den Tageseinrichtungen. Mit dem Ziel, eine möglichst hohe Qualität in der Betreuungs- und Bildungsarbeit sowie Erziehungspartnerschaft mit den Eltern zu gewährleisten, stehen die Träger in der Verantwortung, eine systematische Qualitätsentwicklung zu betreiben und ein Qualitätsmanagement einzuführen.

Beide Berliner Kindertageseinrichtungen haben sich in einem mehrstufigen Prozess an den hohen Qualitätsstandards in der elementar- und religionspädagogischen Arbeit messen lassen und sich für die Zertifizierung qualifiziert. Das zeugt von der wertvollen pädagogischen Arbeit, die auch in den Einrichtungen vor Ort zu spüren ist.

Die Kita der evangelischen Kirchengemeinde Berlin-Altglienicke fördert die 56 Kinder ganzheitlich in sieben Bildungsbereichen, dabei wird in altershomogenen Gruppen gearbeitet. Somit können altersgerechte Bildungsangebote gemacht werden. Die Räumlichkeiten für die ganz „Kleinen“ befinden sich im Souterrain des alten Backsteingebäudes, an das sich ein weitläufiges Gelände anschließt. Vier weitere Gruppen verteilen sich über das übrige Haus. Die Tagesabläufe sind fest strukturiert und beginnen jeweils mit einem Morgenkreis. Hier lernen die Kinder Themen anzusprechen, die sie beschäftigen. Anschließend gibt es gruppenspezifische Beschäftigungs- und Lernangebote sowie Freispiel in den Räumlichkeiten oder im Freien. Das Mittagessen wird jeden Tag vor Ort zubereitet und die Kinder essen in ihren Gruppen. „Unsere Vorschulerziehung beginnt mit der Eingewöhnung - wir fangen von klein auf an!“ beschreibt Frau Göbel den fortwährenden Lernprozess der Kinder. Denn die gesamte Kindergartenzeit ist auch eine Vorbereitung auf die Schule. Jedes Kind wird vom ersten Tag an in seinem eigenen aktiven Bildungsprozess begleitet und gefördert.

Beim Rundgang durch die einzelnen Gruppen fällt auf, dass die Kinder vor Schulbeginn auch an organisatorische Dinge, wie den Umgang mit Federtasche, Hefter und Turnbeutel geschult werden. In den Beeten des weitläufigen Geländes pflanzen alle Kinder eine Blume, für die sie gemeinsam mit ihren Eltern verantwortlich sind. Besonderen Wert wird auf die Projektarbeit und das Erlernen der Gruppenarbeit gelegt. Hier kann es thematisch um heimische Tiere, Jahreszeiten oder wie zurzeit um die Gestaltung eines großen Wandfrieses gehen. Der aktuelle Wandfries beschreibt die Ostergeschichte. Christliche Werte und biblische Geschichten spielen eine wichtige Rolle in der Bildungsarbeit des Kindergartens, häufig werden die Geschichten zum besseren Verständnis in den Gruppen nachgespielt (vgl. Fotos). „Der Prozess, den wir für das Gütesiegel durchlaufen sind war sehr aufregend. Wir haben uns intensiv mit unserem Qualitätsmanagement auseinandergesetzt und an unserer Außenwirkung und Transparenz gearbeitet. Wir haben gelernt, dass man in einem Prozess der Veränderung nie fertig ist. Mit der ständigen Reflexion bleiben wir immer in Bewegung.“

In Bewegung bleibt auch der Dorfkindergarten-Marzahn. Hier werden jeden Tag rund 60 Kinder ab dem ersten Lebensjahr betreut. Die kleinen Gruppen sind in zwei Häusern am Fuß der historischen Bockwindmühle untergebracht. Zu dem Team der zehn Erzieherinnen gehören drei Männer für die Hauswirtschaft und 14 Ehrenamtliche. Die Eltern sind in das Kindergartenleben voll integriert. Auffällig ist das breite Spektrum an bildungs- und religionspädagogischen Angeboten. Die Kinder sind wissbegierig und haben Spaß am Schreiben, am Lesen, an Mathematik. Sie erobern das Dorf Alt-Marzahn direkt hinter dem idyllischen und großzügigem Kita-Gelände, sie arbeiten mit Theaterpädagogen, entdecken das Bezirksmuseum oder die alte Mühle und das Tiergehege gegenüber. „Wir sind eine Bildungseinrichtung und jetzt ist das durch das Siegel auch noch dokumentiert. Das ist eine Anerkennung für das ganze Team aus Erzieherinnen, Eltern und Kindern“, so Christiane Vogel, die Leiterin des Dorfkindergartens. Und was hat Ihr und dem Team das Siegel und die viele Vorbereitung nun gebracht? „Wir arbeiten jetzt strukturierter, haben Checklisten, Konzepte, Leitfäden usw. Und diese Struktur gibt jeder Erzieherin viel mehr Sicherheit und Selbstständigkeit in ihrer Arbeit und spart eine Menge Zeit, von der wir alle und vor allem wieder die Kinder profitieren. Wir haben wichtige Erfahrungen gesammelt und viel optimiert. Das kann ich jedem Kindergarten nur empfehlen.“

Quelle: http://www.diakonie-portal.de/meldung/erstmals-evangelisches-beta-guetesiegel-fuer-kindergaerten-verliehen

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